Wie Sie Ihre Mitarbeiter motivieren

Wie Sie Ihre Mitarbeiter motivieren

Als Führungskraft müssen Sie die Beweggründe verstehen, die Ihre Mitarbeiter motivieren. Das ist zuweilen sehr schwierig. Es gibt jedoch eine grundlegende Motivationstheorie, die Sie in diesem Zusammenhang kennen sollten. Bedürfnisse zu erfüllen treibt die Menschen an, motiviert sie zu Leistung oder Handlungen. Der Ökonom Manfred Max-Neef sieht Bedürfnisse nicht nur als Mangel, sondern gleichzeitig auch als individuelle und kollektive menschliche Potenziale. Nach heutigen Erkenntnissen und der Gesellschaftsentwicklung wird die Maslowsche Bedürfnispyramide damit ergänzt und ins Bewusstsein gerufen.

Auch mit der Theorie von Manfred Max-Neef lässt sich menschliches Verhalten zwar nicht präzise vorhersagen, aber Sie erhalten doch einen guten Ratgeber, wie Sie bestimmte Situationen zu interpretieren haben.

Bedürfnisse stehen miteinander in einer Wechselbeziehung und interagierten. Er schlägt für eine Taxonomie der menschlichen Bedürfnisse folgende neun Wertekategorien vor:

 

             Werte-

kategorie

 

Grundbe-dürfnisse

Qualitäten

Sein

Haben

Dinge

Tun

Handlungen

Befinden

Rahmen

Am Arbeits-

platz

Subsistenz

Lebens-unterhalt

Psychische und mentale Gesundheit Nahrung

Obdach

Arbeit

Nähren, leiden, ruhen, arbeiten Lebendige Umgebung, sozialer Rahmen «gesunder» Arbeitsplatz; ausreichende Beleuchtung, Pausen, Urlaub, Hilfsmittel, Entlastung schwerer Tätigkeiten
Schutz Sorge, Fürsorge, Anpassungsfähigkeit, Autonomie Soziale Sicherheit, Gesundheitssystem, Recht auf Arbeit Zusammen arbeiten, planen, sorgen, helfen Soziale Umwelt, Unterkunft Arbeitsverträge, Kündigungsfristen Arbeitsvorschrif-ten, Kranken- & Unfallversicherung, Altersvorsorge
Zuwendung Anerkennung, Respekt, Humor, Grosszügigkeit, Sinnlichkeit Freundschaft, Familie, Beziehung zu Natur Lieben, teilen, sorgen, Gefühle ausdrücken Privatsphäre, intime Berei-che des Zusa-mmenseins Teamarbeit, offene Kommunikation, einbinden
Verstehen Kritikfähigkeit, Neugier, Intuition, Neugier Literatur, Lehrer, Politiken, Pädagogik Analysieren, untersuchen, meditieren, erforschen Schulen, Fami-lien, Uni, (Ar-beits-) Gemei-nschaften Informieren und kommunizieren
Partizipation

Teilhabe

Empfänglichkeit, Hingabe, Humor, Empathie Verantwortlich-keiten, Pflichten, Arbeit, Rechte Zusammenar-beiten, ablehnen, Meinungen ausdrücken Freunde, Vereine, Parteien, Kirchen, Nachbarschaft Anerkennung, Erfolgserlebnisse, Feedback, Verantwortung, Kompetenz, Beteiligung an Entscheidungen
Vergnügen Vorstellung, Ruhe, Spontanität Spiele, Feiern, Geistesfrieden, Rituale lachen, tagträu-men, erinnern, entspannen, Spass haben Landschaften, intime Berei-che, Orte des Alleinseins Gutes Betriebsklima, Unternehmungen
Schöpfung

Kreativität

Neugier, Vorstellungskraft, Mut, Erfindungskraft, Kunst Fähigkeiten, Fertigkeiten, Techniken, Arbeit lernen, erfin-den, bauen, arbeiten, ent-werfen, lustvoll Orte des Ausdrucks, Workshops, Zuhörerschaft … Handlungsräume, interessante Aufgaben, Anforderungen gemäss Fähigkeiten
Identität Zusammengehö-rigkeit, Selbst-achtung, Widerspruchs-freiheit Werte, Sprache, Religion, Arbeit, Sitten, Sinn des Lebens sich kennen-lernen, wach-sen, sich hin-geben, wahr sein vor und zu sich selbst Heimat, tägliche Umgebung Sinn & Zweck in der Arbeit, pers. Wachs-tum, Teil des Unter-nehmenszweck sein, Aufstiegsmö-glichkeiten
Freiheit Autonomie, Selbstachtung, Aufgeschlossen-heit gleiche Rechte Bewusstsein entwickeln, ablehnen, Ri-siken eingehen, wählen, Talente entfalten überall Flow, Glücksgefühl
Transzendenz Anderen zur Selbstverwirkli-chung und Sinnstiftung verhelfen Anderen zur Selbstverwirk-lichung und Sinnstiftung verhelfen

 

Das Progressionsprinzip besagt, dass menschliches Verhalten grundsätzlich durch das hierarchisch niedrigste unbefriedigte Bedürfnis motiviert wird. Der Mensch versucht zunächst, seine Grundbedürfnisse zu befriedigen. Ist das geschehen, bedeuten diese keinen Handlungsanreiz mehr. Im Motivationsprozess werden deshalb die nächsthöheren Motive verhaltensrelevant.

Den stringenten Aufbau der Bedürfnisse werden Sie in der beruflichen Praxis sicher nicht erleben, denn die Übergänge sind fliessend, und so ist die Differenzierung zwischen einzelnen Bedürfniskategorien manchmal schwierig. Was einen Mitarbeiter antreibt, das lässt sich dann nur «tendenziell eher» mit diesem oder «tendenziell eher» mit jenem Bedürfnis erklären. Anhaltspunkte für eine Einschätzung erhalten Sie aus dem, was Ihr Mitarbeiter sagt, und noch viel wichtiger: aus dem, was er dann tut. Aus dem beobachtbaren Verhalten Ihres Mitarbeiters ergeben sich Rückschlüsse auf Werte und Einstellungen und damit auf mögliche Motivatoren. Für Sie als Führungskraft ist es wichtig, herauszufinden, wo sich der Mitarbeiter momentan «befindet», und ihn dort «abzuholen», also das Bedürfnis anzusprechen, das gerade handlungsbestimmend ist.

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