Neues oder altes Führungs- und Managementverständnis?

Neues oder altes Führungs- und Managementverständnis?

Wussten Sie, dass das heute noch im Managementverständnis angewandte Tayloristische Denken (Taylor, 1912; 2004) darauf basiert, dass „die Welt noch in Ordnung“ war, überschau- und planbar: Es ging darum, industrielle Produkte möglichst kostengünstig herzustellen. Der Fokus war dabei auf der Herstellung und Effizienz – ein Prozesserlebnis, das bis heute ins Detail gestaltet und optimiert wird.

Ein gutes Unternehmen war wie eine funktionierende gut geölte Maschine mit vielen Mitarbeiter-Zahnrädern, die ebenfalls fehlerfrei laufen. Und so wurde eine Aufbau- und Ablauforganisation sowie ein Führungs- und Managementverständnis geschaffen, die für die damaligen Verhältnisse – Wirkungsradius, stabile Märkte, langfristige Veränderungen – durchaus passend war und uns Reichtum bescherten. Entscheidungen wurden top down getroffen und/oder mit Konsens oder demokratisch. Entschieden wurde aufgrund „einem Wenn-Dann-Denken“, Ursache und Wirkung, Obersatz-Untersatz (Argumente) -Schlussfolgerung; es herrschte die Vorstellung, alles liesse sich planen, anordnen oder steuern.

Mit dem Informationszeitalter ist die Welt sehr viel komplexer und rasanter geworden und deshalb funktioniert das Grundgerüst heutigen Managementdenkens nicht mehr. Stabilität im unternehmerischen Umfeld wird immer geringer und es ist schwierig vorhersehbar, wann sich die nächste Veränderung mit Auswirkung auf Ihr Unternehmen einstellt.

Heute sind Unternehmen und Organisationen komplexe, lebendige soziale Systeme, die Beziehungen mit einem höchst komplexen Umfeld gestalten müssen, um weiter zu kommen. Ausgangspunkt und Ziel sind die Akteure (Kunden, Öffentlichkeit, Mitarbeitende, Geschäftsleitung, etc.), deren Wissen, Anliegen oder Unterstützung eingebunden werden muss.  Unternehmen müssen neue Modelle bzw. Handlungsspielräume für den Fluss von Innovationen und für alle Kooperationspartner erschliessen. Wir alle müssen/sollten unseren Blick in die Zukunft richten; Erfahrungen und veraltetes Wissen erzielen definitiv nicht mehr die geforderte Leistung. Es braucht neues Wissen, neue Haltungen, die neue Verhaltensweisen auslösen und  innovationsförderliche Unternehmenskulturen als Grundlagen. Wer diesen Hebel in Konzeption und Umsetzung nutzt, führt seine Sache zum Erfolg.

Viele Unternehmen (gross und klein) stehen vor der Herausforderung die „Arbeitswelt“ der Komplexität anzupassen; neue Strukturen und die entsprechenden Rahmenbedingungen zu gestalten, die Agilität und Weiterentwicklung unterstützen und ein zeitgerechtes Führungsmodell zu entwickeln.

Die Kooperations-Grundlage ist der Zusammenhalt durch Zweck, Ziele und Werte. Jede Organisation, jedes Unternehmen, jede Gemeinschaft und Initiative hat einen grundlegenden Zweck, Werte und Ziele. Besonders der Zweck spielt eine wesentliche Rolle für die Orientierung und die Handlungen aller Kooperationspartner. Ein sehr geeignetes Mittel, um Komplexität zu nutzen, ist das Zusammenführen von Menschen mit unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlichen Meinungen, unterschiedlichen Interessen und Kompetenzen und zeitgleich die Reduktion von behindernden Grenzen, Blockaden und Regeln. In derart gestalteten Räumen vernetzen sich Mitarbeitende und Beteiligte, tauschen ihre Vorstellungen über die gemeinsame Wirklichkeit aus und schaffen dynamische (Arbeits-)Beziehungen. Entsprechende

Jede Gruppe, Organisation oder Gemeinschaft trägt jede Menge Wissen, Fähigkeiten, Erfahrungen und Weisheit in sich. Das Ganze weiß mehr als jeder einzelne und hat eine größere Weisheit in Bezug auf Wahrheit und Weg. Allgemein übliche Vorgehensweisen, Organisationsstrukturen und Arbeitsformen verhindern leider oft, dass sich diese „Weisheit“ entfalten kann. Jedes Unternehmen sollte innerhalb neuer Modellrahmen seine eigene Organisationsform, Strukturen und Regeln, sein Veränderungskonzept erarbeiten und bestehende Blockaden aufbrechen.

Da der Aufbau dieses neuen Know How‘s und Bewusstseins ebenfalls eine sehr komplexe Aufgabe ist, sollten Sie sich einen externen professionellen Sparringpartner zur Unterstützung holen. Was sollten Sie besser nicht tun? Ihre Augen vor der Realität schliessen, egal ob sie sichtbar ist oder noch nicht.

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